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Abnehmen hilft gegen Vorhofflimmern | Medizin

Immer mehr Menschen sind übergewichtig und riskieren damit nachweislich ihre Gesundheit: Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Schlafapnoe (Atemstillstände während des Schlafes) sowie Vorhofflimmern stellen eine Auswahl an Folgeerkrankungen dar. Bei der Vorbeugung entsprechender kardiovaskulärer Erkrankungen spielt die Gewichtsreduktion somit eine wichtige Rolle.

Die Legacy-Studie konnte aktuell belegen, dass übergewichtige Patienten eines Vorhofflimmerns die Aussicht auf einen normalen, regelmäßigen Herzschlag (Sinusrhythmus) um das Sechsfache verbessern können, wenn sie dauerhaft und ohne extreme Schwankungen 10 % ihres Körpergewichts reduzieren.

Australische Wissenschaftler untersuchten 1.415 Patienten mit Vorhofflimmern. Eine Gruppe derjeniger, die übergewichtig waren (BMI im Durchschnitt bei 33), unterzog sich neben der üblichen Therapie zusätzlich einem Programm zur Gewichtsabnahme. Die anderen übergewichtigen Patienten nahmen hingegen nicht an Gewicht ab. Ziel der Studie war es zu untersuchen, inwiefern sich die Höhe und Art des Gewichtsverlustes und heftige Gewichtsschwankungen auf das Vorhofflimmern auswirken.

Im Ergebnis zeigte sich, dass die Gruppe, die es schaffte, ihr Gewicht um mindestens 10 % moderat zu reduzieren, einen positiven Effekt auf das Vorhofflimmern erzielte und etwa 46 % davon langfristig frei von Vorhofflimmern waren. Am besten wirkt sich eine Gewichtsreduktion aus, die langfristig und linear, das heißt ohne große Gewichtsschwankungen und unerwünschten Jojo-Effekt, erfolgte.

Pathak RK et al. Long-Term Effect of Goal Directed Weight Management in an Atrial Fibrillation Cohort: A Long-term Follow-Up StudY (LEGACY Study). J Am Coll Cardiol 3/2015